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Die Zeit danach...
Eine Woche nach der Knochenmarktransplantation
 

 


22.12.2010 - ein Tag nach der Knochenmarktransplantation
Yannic kuckt mich an. Keine Reatkion. Sein Gesicht ist abgeschwollen, trotzdem sieht er wieder verändert aus. Vielleicht die Haare... Das Knochenmark ist drinnen und alles ist gut. Sollte es sein. Die Sorgen um den kleinen Mann hören trotzdem nicht auf. Yannic ist ziemlich schlapp. Ich kann ihn schwer für etwas begeistern. Er liegt auf mir und schläft, zumindest tut er so. Aber ich bin auch so müde, dass ich mit ihm etwas döse. Eine Stunde später schlafen mir die Beine ein und er wacht auf als ich ihn vorsichtig ins Bettchen legen will und quietscht. Er tut mir so leid, ich kann ihm nicht helfen. 

Außerdem möchte er nichts essen, trinkt wenig. Die Ärzte sagen das kommt vielleicht daher weil sein Mund "aufgegagen" ist. Die Chemo greift ja die Schleimhäute an und die Nebenwirkungen davon kommen erst später - jetzt bald! Darum hört er sich vielleicht auch so heißer an. Genau wie im Windelbereich. Da ist es dunkelrot und wird mit schwarzem Tee behandelt da dieser die Haut etwas austrocknet. Zum Glück bleibt die Haut jetzt wenigstens dran und er ist nur noch etwas wund. Er hat feuerrote, heiße Haut und quiekt wenn man ihn hochnimmt. Er ist sehr druckempfindlich, quängelig und liebesbedürftig. Er würde wohl ewig auf meinem Schoß verweilen und sich übers Köpfchen streicheln lassen, zumindest etwas was ich für ihn tun kann.



(Fotos)



Der Arzt kommt rein. Er erzählt, dass bei Yannic ein Virus im Blut gefunden worden ist. Magen-Darm, bei ihm aber noch nicht ausgebrochen. Vorsichtshalber würde er jetzt ein Medikament dagegen bekommen. Als ich nach den Nebenwirkungen frage, sagt er dass dieses Medikament auf die Nieren gehen kann. Er bekommt dafür noch andere, die die Niere schützen. Er kann mich gut beruhigen. Ich hab immer Angst, dass es nie aufhören wird und Yannic lebenslänglich Probleme mit den Organen oder Spätfolgen wegen der Chemo zu kämpfen hat. Und wenn das nicht, dass er psychisch einen Knacks bekommt, Alpträume mit vermummten Menschen oder Verlustängste. Ja, vielleicht erinnert er sich nicht mehr daran wenn er groß ist, aber wer weiß, ob und wenn ja wie viel sich davon in seinem Unterbewusstsein festsetzt...? Einem kleinen Kind, dem man nicht erklären kann was um ihn rum passiert, warum er sich so fühlt, muss doch Angst haben, wenn ich es doch schon habe.

Trotzdem ist er gut eingeschlafen und ich bin endlich mit einem besseren Gewissen nach hause gegangen um auch zu schlafen. Wenn wir jeden Tag so schonungslos wie möglich rumkriegen, ist das hier alles bald vergessen und wir machen weiter wie zuvor.

(Fotos)







23.12.2010 - zwei Tage nach der Knochenmarktransplantation
Zur morgentlichen Begrüßung kann ich mir zur Zeit mal wieder eine Ohrfeige abholen. Ich sage zwar nein, aber er reagiert überhaupt nicht darauf. Im Vergleich zu gestern ist Yannic heute aber wirklich gut drauf. Viel fitter und fröhlicher fällt mir kurz drauf doch in die Arme, mein kleines Kuschelbaby.

Die Flasche lehnt er ab, auf das Essen freut er sich, ist ganz zappelig, will das Gläschen selbst halten. Fast hätte er mir den Löffel mit abgebissen vor lauter Gier, da fängt er auch schon an es wieder auszuspucken. Zuerst dachte ich es schmeckt ihm nicht oder er hat sich auf etwas anderes gefreut, als er anfängt zu weinen und würgen. Die Schwester war gleich da und erkärte mir dass ihm vielleicht etwas flau im Magen ist oder ihm übel ist. Ich solle weiterhin alles aufschreiben was er gegessen hat, damit sie ihm Nährstoffe über die Vene geben können falls er jetzt gar nichts mehr isst. Irgendwie gefällt mir der Gedanke mit dem künstlichen Zeug nicht, irgendwie gefällt mir der ganze Zirkus hier nicht. Aber was sollen wir schon dagegen tun wenn es notwendig ist? Und hungern lassen geht ja auch nicht.











Den Vormittag haben wir langsam angehen lassen. Ein paar Bücher lesen, Musik hören, Tanzen, mit den Autos spielen. Mittags hat Yannic dann fast drei Stunden geschlafen. Er lag in seinem Bett, total fertig. Ab und zu fieng er an zu quietschen und sich zu bewegen. Vielleicht hat er schlecht geträumt oder ihm war schlecht, allerdings ist er nicht davon aufgewacht und hat gleich weiter geschnarcht. Für mich hörte sich wie ein angestrengtes atmen an, auf dem Monitor war aber alles ganz normal. Wegen den blöden Medikamenten musste die Schwester einen Urinbeutel kleben und ihm ein Zäpfchen geben. Beide male ist er aufgewacht und natürlich hat es ihm nicht gefallen. Da achte ich immer auf einen ruhigen Schlaf bei ihm und dann klappt nichts weil ständig jemand reinkommt...

Aber die Schwestern können ja nichts dafür, die Ärzte auch nicht die die Medikamente verschreiben die um diese Uhrzeit gegeben werden müssen. Und die lauten Maschinen erst die ständig piepen und wie laut auch noch! Da ist allein die Krankheit schuld. Aber der Kleine tut mir halt leid wenn er nicht in Ruhe schlafen kann.

Die Schwestern sind sowieso wahre Engel. Sie kümmern sich praktisch um alles und helfen wo sie nur können, mir wurde noch keine Bitte abgeschlagen. In der früh steht schon eine Kanne frisch gekochter Fencheltee bereit. Wenn ich am abend nicht mehr aufgeräumt habe, steht das Spielzeug frisch desinfiziert auf dem Durchgabetisch. Sie kümmern sich um die Wäsche und sind lieb zu Yannic, packen seine Kabel immer ordentlich ein damit sie ihn nicht drücken. Aber das ist ja auch gut so. Wenn sie manchmal genauso genervt wären wie ich bei ihnen wäre ich wohl noch gestresster.

Nachmittags haben wir ein rießiges Auto-Tier-Etagenhaus aus Duplo gebaut und zu meiner Überraschung hat Yannic richtig mitgeholfen. Darum war es auch ein bisschen krum, aber das macht so ein Kustwerk ja auch aus.





Als ich ihn abends ins Bett bringen wollte hat er nochmal voll aufgedreht. Er hat deutlich zu verstehen gegeben dass er lieber "brrruuu" (auto fahren) spielen will als zu schlafen. Da half weder das Abendritual, noch die Breiflasche, die er ja schon seit drei Tagen nicht mehr trinken möchte. Nach einer halben stunde wurde es mir zu bunt. Er legt sich zwar hin, streichelt mich am Kopf ganz lieb, legt die "Hydra" auf den Rücken und stopft ihr die Flasche in das Maul aber denkt ja gar nicht daran die Augen zu schließen. Ich saß draußen an meinem Tisch und hörte wie er die Musik nachlallte. Total süß. Er zupfte sich das rote Bliki vom großen kleinen Zeh und spielte damit.
Irgendwie bin ich eingeschlafen und mit einem Großen Abdruck vom Laptop im Gesicht wieder aufgewacht, eine Stunde später. Als ich zu Yannic ins Zimmer kam hatte er sich bereits halbwegs zugedeckt und sich mit Hydra auf dem Bauch die Augen gerieben. Keine 5 Minuten habe ich sein Köpfchen gestreichelt, da ist er auch schon eingeschlafen.






24.12.2010 - Weihnachten - 3 Tage nach der Knochenmarktransplantation
Als ich kurz vor 7 in die Klinik kam ist Yannic gerade wach geworden. Nach der dideldidum-einschlaf-Musik schlief er wieder. Die Müdigkeit kommt sicher von den ganzen Nebenwirkungen und ich finde er sollte dann auch so lange schlafen wie er will um sich bestmöglichst auszukurieren.

Leider musste die Schwester wegen den Medikamenten die er bekommen hatte eine Blutkontorlle abnehmen. Und natürlich wurde er dann wieder geweckt. Das ist immer eine Schwester die das machen muss. Ohne es zu wollen und obwohl sie echt nett ist macht sie das irgendwie unsympatisch. Yannic war so müde, dass er im Sitzen auf meinem Schoß eingeschlafen ist, noch während der Blutabnahme.

Bis ich ihn dann wieder im Bett hatte war es kurz vor 8 und der Arzt kam rein. Der ist zum Glück echt nett und witzig. Wir hatten selten so einen guten Kinderarzt gehabt. Leider konnte Yannic so verschlafen noch nicht viel mit ihm anfangen. Er hat nämlich zuerst die "Hydra" abgehört, das hätte er sonst sicher zum kreischen gefunden. So saß er nur aphatisch da und hat sich brav untersuchen lassen. "Alles in Ordnung, schöne Feiertage!" 

Das hatte ich heute morgen schon mal gehört als ich Kaffee kaufen war und hätte mich tierisch darüber aufregen können. Warum genau? Die Leute können das ja nicht wissen und sollen es auch nicht, aber sie könnten es bleiben lassen, weil so ein unbekannter Verkäufer mich ja gar nicht kennt (ich mein jetzt nicht den Arzt) und nicht das Recht hat mich an unsere traurigen Feiertage zu erinnern.

Naja vielleicht bin ich da einfach zu empfindlich dieses Jahr und rege mich zuviel darüber auf.

Yannic hat bis kurz vor 10 noch geschlafen. Er war total brav beim Baden und einkremen. Ich gaube die Schwester hat er auch schon um den Finger gewickelt. Aber wer kann ihm auch schon wiederstehen?




 
 



Ich frage mich wie es dem Spender geht und ob er denn schon wieder aus dem Krankenhaus entlassen worden ist.


Nachmittags war der kleine Mann ziemlich quängelig. Um ihn abzulenken habe ich die Fingerfarben rausgeholt. Wir haben von unserer Erzieherin hier Blätter bekommen die wir eimal rundum das Gitterbett aufgehängt haben - und los gings mit der Sauerrei. Meine Tante Geli kam zu Weihnachten noch kurz vorbei, hat Geschenke und frische Klamotten gebracht und sah doch ziemlich geschockt aus als sie auf den bunten Yannic traf. Anfangs hat er noch gut mitgemacht und hatte glaube ich auch ziemlich viel Spaß dabei, oder er war zumindest begeistert, gelacht hat er jetzt nicht. Besonders gut haben ihn die bunten Chips gefallen die man ins Wasser tunken kann und auf das Papier kleben kann. Es ist wirklich schön geworden, nur Yannic danach wieder sauber zu bekommen war etwas anstrengend. Da hat uns die Schwester aber ganz toll geholfen und uns den Rücken sogesagt freigehalten bis wir ihm die Farbe wieder abgespachtelt haben...









































 




Ein schönes Bild zu WEihnachten. Er war danach so kaputt, dass er nach dem Waschen beim Wickeln einfach eingeschlafen ist. Das ist normalerweise ziemlich ungewöhnlich für ihn, aber da sieht man mal wie fertig er sich fühlen muss.

Er hat lange geschlafen, ist aber immer wieder aufgewacht. Als meine Tante weg war und ich gerade gehen wollte um auch ein bisschen ruhiges Weihnachten zu feiern, fing er an zu schreien. Er hatte ziemlich Schmerzen oder es war ihm sehr übel, auf jeden Fall war er wieder richtig wild, aber nicht im guten Sinne. Er sprang mich vom Bett an, turnte auf mir rum, windete sich vor Schmerz und kletterte immer höher. So viele dicke Krokodilstränen... Ich war auch den Tränen nahe. Er strampelt sich einen ab vor lauter Schmerzen und ich kann ihm nicht helfen, noch nicht mal beruhigen, steif vor Schreck. Fast wäre er mir ausgekommen und runtergefallen weil er sich so gebogen und gedreht und gewunden hat. Er bekam ein Mittel gegen Übelkeit und eine Extraportion Schmerzmittel. Keine viertel Stunde später, als alles durch die Schläuche bei ihm angekommen war, schlief er sofort wieder schmerzlos ein. Hoffentlich passiert ihm das nicht mehr heute Nacht und er kann ungestört schlafen.



25.12.2010 - vier Tagen nach der Knochenmarktransplantation
Habe nicht allzuviel geschlafen. Um halb 8 war ich auch erst in der Klinik. Kaffee hat bis jetzt noch nicht geholfen. Und ich muss heute öfter niesen, hoffentlich werde ich nicht krank. Yannic war schon wach. Er ist sehr brav heute. Die Schwester sagte allerdings er wäre nachts noch zweimal aufgewacht und hätte nochmal einen "Bonus" bekommen. Gegen Schmerzen oder Übelkeit. Trotzdem ist er topfit, also im Vergleich zu den letzten Tagen. Und ich so müde...

Er spielt ganz lieb im Bett und nimmt kaum Anteil von mir. Selbst als ich zweimal am Bett angelehnt eingeschlafen bin, früher hätte er mich gequält und mir irgendwelchelches Spielzeug in die Nase gesteckt und das irre lustig gefunden. Ich weiß nicht ob er etwas bekommt damit er ruhig ist, aber ich hab auch nicht gefragt. Es ist gut so wenn er so ist. Bestimmt von den ganzen Medikamenten. Ich glaube es geht ihm schon wieder viel besser. Er hat heute sogar mal gelacht, zwar nur kurz aber immerhin und er haut nicht mehr. Wir haben keine festen Zeiten mehr in denen er schläft, also hat er bis jetzt noch keinen Mittagsschlaf gemacht und ist trotzdem so lieb, liegt mit seiner Flasche im Bett und spielt damit. Hoffentlich hält das an.
























 









26.12.2010 - fünf Tage nach der Knochenmarktransplantation
Yannic schlief noch als ich in sein Zimmer kam. Und er schlief beim zweiten und beim dritten mal. Er schlief auf mir, im Bett und wieder bei mir. Bis 15 Uhr. Dann kamen meine Tanten. Er war zwar etwas genervt und anstrengend, hat aber im Grunde alles gut über sich ergehen lassen (waschen, cremen, wickeln, ect...) das war ja schon mal schlimmer.

Er bekam heute Thrombocyten (TK), also so etwas wie eine Blutinfusion.

Mit seinem Duplo hat er sich ganz brav beschäftigt und hinter der Glastüre haben wir pusten und pupsen gelernt. Er war heute wirklich sehr gut drauf. Nur jetzt mit dem ins Bett bringen ist etwas schwerer, aber irgendwie hätte ich das ja erwarten können. Total lieb spielt er mit seinen Handpuppen und "Hydra" und mir mit. Aber an Schlaf da ist erst mal gar nicht dran zu denken. Ist irgendwie ja auch gut, hatte ihn heute ja nur schlafend und dann mit Tanten und noch gar nicht für mich alleine. Dann probieren wir´s nochmal mit dem Hinlegen und noch ein bisschen kuscheln und schreiben dann morgen weiter - gute Nacht!




(Foto)


(Video)




27.12.2010 - sechs Tage nach der Knochenmarktransplantation
Gestern bin ich früh nach hause gegangen. Erst mal Badewanne und dann schlafen. Hätte die Klinik um halb 10 nicht angerufen, hätte ich wohl noch bis nachmittags geschlafen. Aber das war ja so verabredet. Meine Mitbewohner waren auch schon weg. In der Apotheke hab ich mir erst mal was gegen meine Erkältung geholt und jetzt, am abend, bin ich schon fast wieder schnupfenfrei. Dafür war´s auch teuer.

Als ich die Station betrat, hört ich ihn auch schon schreien. Beeilen kann man sich da viel, bis man erst mal im Zimmer ist, sich ausgezogen hat, kittel und Mundschutz und das ganze Zeug angezogen hat vergehen schon mal 5 Minuten. Die Schwestern haben ihn schon gebadet. Bei mir war er wieder ruhig.

Den ganzen Vormittag hat er mit schlafen verbracht. Erst auf mir, dann im Bettchen, erst so um halb 2 nachmittags ist er munter geworden. Wir haben gespielt, es kamen neue Autos mit der Post, jetzt hat er über 20 Stück und kann soviele aus dem Bett werfen wie er will. Er reiht sie alle ordentlich nebeneinander und singt dabei. (Also da da da daiii da da da daööö)

Etwas quängelig, wickeln mag er gerade gar nicht und auch als wir den Urinbeutel geklebt haben war er nicht begeistert. Ich hab ihn zwar von allen Seiten gepolzert aber das hat wohl nicht viel geholfen bei der roten, schmerzhaften Haut die er grad hat. Es ist nicht schön wenn er so weint und aua schreit. Wir mussten sogar nochmal einen kleben, weil ich ihm den ersten ausversehen weggerissen habe. Er soll nach unten vom Bett weghängen und das hat er auch, aber die Schwester hat ihn wieder ans Gitter festgeklebt und ich habs wieder nicht gesehen und mich total drüber aufgeregt. Manchmal ist sogar ein ruhiges, schlappes Kind anstrengend und das trotz genügend Schlaf.

Als Yannic dann ein Zäpfchen bekommen hat, auch gegen Schmerzen, ging es ihm richtig gut. Er hat mit mir Bücher angeschaut und er kann schon richtig gut puzzeln (naja also mit 6 Teilen und für ein 1 1/2 jähriges Kind eben richtig gut). Auch die Handpuppen waren wieder lustig und haben ihn sogar zum lachen gebracht. Seit ein paar Tagen geht ohne Kuscheltier gar nichts mehr. Wenn er die am abend nicht hat kann er schon nicht mehr einschlafen.

Wenn man sich nicht gerade mit ihm beschäftigt liegt er sowieso nur komisch im Bett und schaut. Das kann für jemanden der Yannic kennt echt angsteinflöselnd sein. Ich war mindestens eine viertelstunde aus dem Zimmer und er hat sich kein Zentimeter bewegt oder eine Regung gezeigt.

Abends war meine Schwester mit ihrem Freund da. Sie hat auf Yannic aufgepasst damit wir die Einkäufe die sie mitgebracht hat nach Hause bringen konnten und den Rest besorgen konnten. Es ist wirklich viel auf den Straßen los wenn man mal zu normalen Zeiten vor die Türe kommt und auch erst jetzt viel mir die Weihnachtsdeko in den Straßen und die festlich geschmückten Schaufenster auf, auf die ich bis jetzt wohl noch nie geachtet habe.





 






 

Es ist ruhig, aber ich bin immer noch beunruhigt. Es ist zu ruhig. Er ist zu ruhig. Er liegt da, lässt sich streicheln - aber keine Regung. Beim Wickeln etwas gequiekt, da gabs Zeiten da hat er sich richtig dagegen gewehrt und da hatte ich ja schon ein schlechtes GEwissen ich tue ihm weh oder so aber wie er da so schlapp da liegt kommt er einem erst so richtig krank vor. Hilflos, wie als hätte er schon aufgegeben.

Wenn alles gut läuft, sind wir in 2 - 5 Wochen hier wieder draußen. Ich hab echt keine Lust mehr und er auch nicht, wenn er schlapp daliegt und ununterbrochen Richtung Türe zeigt wenn z.B. die Schwester wieder geht und andauernd nickend "da" sagt, habe ich das Gefühl dass er weis wo der Ausgang ist und dass er unbedingt hier raus muss aus seinem kleinen Gitterbett wo´s ihm so schlecht drin geht.

Sein Kaliumwert ist im Keller, darum bekommt er jetzt welches. Er schläft schon so friedlich und sie müssen ihm dann trotzdem in einer STunde nochmal Blut abnehmen, das heißt ich komme wieder nicht vor 23 Uhr hier raus.






Außerdem bekommt er eine Cordesonsalbe für seinen Ausschlag im Gesicht und das Medikament wieder gegen die Bakterien bzw. die Magen-Darm-Erreger die er ja schon am Donnerstag hatte und dann eben wieder die Medikamente damit die Niere keinen Schaden davonträgt, langsam blick ich das mit den ganzen Tropfteilen und Spritzen die sie in die Geräte stecken nicht mehr wirklich.

Irgendwann schau ich nochmal zu ihm rein. Das Bett ist verfärbt. Toll, denke ich mir, ausgelaufen mit seinem Durchfall. Gerade den Kittel angezogen mache ich das Licht bei ihm an und sehe was das wirklich für Flecken sind! Blut! Eine große Larche unter ihm, die Matratze, die Bettdecke, seine Kleidung, alles voll. Ich war so panisch dass ich ohne Mundschutz reingerannt bin, wie wild nach den Schwestern geklingelt habe.

Die eine kommt. Ich nehme ihn auf den Arm. Der Fehler war einfach, Produktionsfehler, das hatten wir vor zwei Tagen schon mal, nur halt ohne Blut, das ist diesmal den Katheter zurückgelaufen. Das Teil war schnell ausgetauscht, das Bett schnell wieder frisch gemacht und schon saß ich wieder da um ihn zum Einschlafen zu bringen, zitternd, aber wohlwissend dass alles noch ok ist. WAHNSINN!

Heute ist ein so energieloser Tag für uns beide. Hoffentlich gehts uns morgen wenigstens etwas besser.


 











 
28.12.2010 - eine Woche nach der Knochenmarktransplantation
Yannic schläft. Es ist bereits 11 Uhr.
Er schläft immer noch, es ist 15 Uhr.

Ab und zu wacht er auf, quiekt, schreit meistens "Aua" und schaut ein bisschen, legt sich aber gleich wieder hin und schläft weiter. Erst gegen Nachmittag als wir dann "Susi und Strolch" und "Pinoccio" angeschaut haben war er ab und zu wach. Mal eine halbe stunde auf dem Schoß, dann wieder geschlafen, aufgewacht, gestrampelt und wieder eine viertel Stunde Film schauen - schlafen. Da merkt man erst wie anstrengend das für ihn ist und wie krank er wirklich ist.

Der Arzt war da. Sein Durchfall hat immer noch nicht aufgehört. Ich wechsle ihm alle halbe Stunde die Windel und sie ist immer grünlich gelb. Der Stuhl ist aber ätzend, von der Chemo noch und irgendwie verheilen seine Wunden am Popo nicht und der rest wird immer röter. Aber die Haut ist allgemein etwas besser geworden. Zwar immer noch etwas rot, aber nicht mehr so schmerzempfindlich wie zuvor. Am Rücken schuppt sie etwas. Anfassen lassen möchte er sich heute generell wenig.

Wie gesagt der Arzt war da und er hat für seine trockenen, rissigen Wangen zusätzlich zu der Cordesoncreme auch noch eine Fettcreme verschrieben, mit der die Wangen schon am abend wieder viel besser aussahen. Ich habe ihn gefragt warum sich Yannic heute nicht bewegt. Also wenn er nicht gerade mal wieder schläft. Er meinte das ist ganz normal ab dem fünften Tag wächst das Knochenmark ja an und ältere Kinder würden die Zeit ab dem fünften bis zum zwanzigsten Tag so beschreiben als würden sie mit einer schlimmen Grippe im Bett liegen. Außerdem ist das viele Schlafen auch ganz normal, ältere Kinder sind auch kaum wach zu bekommen. Das hat mich doch irgendwie getröstet, bzw. beruhigt.

Auf meine Frage wann, bzw. ob die Haare denn überhaupt noch ausfallen würden, sagte er das wäre nächte Woche dran. Abends hatte ich allerdings schon ein paar in der Hand als ich ihm zum Einschlafen übers Köpfchen gestreichelt habe.





















Kurzfassung


Eine Woche nach der Chemo und KMT
 

21.12.2010
Die Knochenmarktransplantation, wie eine einfache Blutinfusion...


22.12.2010
Yannic fängt langsam auf zu essen. Er ist etwas müde, schlapp und quängelig. Das tägliche Baden und Cremen sollte er ja jetzt gewohnt sein, hat aber heute überhaupt keine Lust dazu.
Er möchte nicht ins Bett, wir bekommen den Tag einigermaßen gut mit Musik hören und singen, Büchern und kuscheln gut rum.


23.12.2010
Yannic verweigert jetzt komplett Essen und trinken und bekommt künstliche Nahrungsergänzung. Er war sehr müde und hat lange Mittagsschlaf gemacht und wurde ständig geweckt. Der Tag war sehr anstrengend. Zäpfchen hier, Urinbeutel da, Medikamente gegen einen Magen-Darm-Virus und dann noch welche die die inneren Organe schützen, welche dieses Medikament kaputt machen kann. Er hat schön gespielt und ist auch relativ brav ins Bett.


24.12.2010
Yannic hat sehr lange geschlafen, den ganzen Vormittag. Er war quängelig. Nach den Untersuchungen schlief er weiter. Nachmittags haben wir mit Fingerfarben ein Plakat angemalt, nach dem saubermachen ist er beim Wickeln einfach so eingeschlafen. Aber nicht lange, als ich schon am Gehen war fing er an zu schreien, hat sich gewunden vor Schmerzen und geweint. Sobald die Medikamente dagegen nach zehn Minuten gewirkt haben war sofort wieder ruhe. Er ist noch ein paar mal so aufgewacht, eine sehr unruhige Nacht.


25.12.2010
Yannic war sehr ausgelassen, hat alles brav mitgemacht, vom Waschen bis zum Blutabnehmen, ohne Geschrei oder Gequängel. Ein super Tag für ihn. Er hat brav gespielt und sich sehr lange alleine beschäftigt. Unproblematisch eingeschlafen.


26.12.2010
Yannic war ruhig und brav. Er hat bis 15 Uhr geschlafen und als er endlich ausgeschlafen war, war er richtig fit. Hat gespielt, gelacht und rumgealbert. Das war wirklich schön. Aber ohne Kuscheltiere geht jetzt abends gar nichts mehr. Die braucht er alle  bei sich!


27.12.2010
Yannic hat morgens schon geschrien als ich rein kam. Dann geschlafen. Er hat sich schlecht zum Spielen animieren lassen, lag nur im Bett. Er sieht krank aus. Heute bekam er wieder das Medikament gegen den Darmvirus. Und Kalium. Essen und trinken ist gar kein Thema mehr. Er hat starken Durchfall. Die Y-Leitung vom Hickmannkatheter ist gebrochen und es gab ein Blutbad...

 


 
   
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